"Mathematik ist die perfekte Methode, sich selbst an der Nase herumzuführen."
Mit einem Augenzwinkern zitieren wir Albert Einstein.
Denn das Vermessungswesen als Solches resultiert aus der Entwicklung komplexer und komplizierter mathematischer Funktionen. Diese anzuwenden oder gar zu entwickeln fordert/forderte einen hellen Kopf.
Und Sie möchten wissen, was Geodäsie eigentlich ist? Dann lesen Sie die folgenden Abschnitte:
Gemäß der klassischen Definition von F.R. Helmert aus dem Jahre 1880 ist die
Geodäsie die "Wissenschaft von der Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche"
Sie hat deshalb in erster Linie die Aufgabe, die Positionen von Festpunkten auf
der Erdoberfläche in Karten darzustellen.
Um die gestellten Aufgaben zu lösen, sind geodätische Beobachtungen erforderlich,
wobei die klassischen terrestrischen und astronomisch-geodätischen Methoden
in jüngster Zeit durch moderne Messverfahren der Satellitengeodäsie, der
Radioastronomie und der Inertialnavigation ergänzt und teilweise ersetzt werden.
Der größte Teil der geodätischen Beobachtungsgrößen ist mehr oder weniger stark
vom Erdschwerefeld abhängig, dessen Erfassung und Beschreibung damit ebenfalls
zum Aufgabenbereich der Geodäsie gehört. Diesen Geschichtspunkt hat H. Bruns
bereits im Jahre 1878 herausgestellt, indem er die Aufgabe der Geodäsie als "die
Ermittlung der Kräftefunktion der Erde" definierte. Beide Betrachtungsweisen,
die geometrische (Gestalt der Erdoberfläche) und die physikalische (Schwerefeld),
sind aufgrund der Eigenschaften der geodätsichen Messverfahren eng miteinander
verknüpft und ergänzen sich gegenseitig.
Sobald ein größerer Teil der Erdoberfläche durch eine zusammenhängende Vermessung
erfasst und dargestellt werden soll, können die Einflüsse des Schwerefeldes
- im Gegensatz zu rein lokalen Vermessungsarbeiten - nicht mehr vernachlässigt
werden. Diese Tatsache gilt auch für die Landesvermessung, welche die Aufgabe
hat, das Hoheitsgebiet eines Staates mit einem Netz von Festpunkten zu überziehen
und deren Koordinaten bereitzustellen.
Die Vermessungskunde wird folgendermaßen eingeteilt (aus: Günter Hake: Kartographie I, S. 46. 1982):
Grundlagenvermessungen berücksichtigen die Krümmung der Erdoberfläche. Die Erdvermessung bestimmt hierbei Figur und äußeres Schwerefeld der Erde durch Messungen kontinentalen Ausmaßes. Die Landvermessung vermisst für ein Staatsgebiet Lage-, Höhen- und Schwerefestpunkte und legt diese in einem aus der Erdvermessung gewonnenen Bezugssystem fest.
Einzelvermessungen sind eingebettet in die von Erd- und Landesvermessung geschaffenen geodätischen Grundlagen. In Vermessungsgebieten geringerer Ausdehnung sind einfachere Berechnungen in ebenen Koordinatensystemen möglich:
Topographische Vermessungen erfassen sichtbare Gegenstände an der Erdoberfläche und Geländeformen, meist als Bestandteil der Landesvermessung
Katastervermessungen dienen der Abgrenzung von Eigentum und Nutzung am Grund und Boden
Ingenieurvermessungen beziehen sich auf Bauwerke und Maschinen im Stadium ihrer Planung, Absteckung, Errichtung und Überwachung.
Hat Sie dieser kleine Überblick neugierig gemacht und Sie möchten mehr über Geodäsie erfahren? Dann haben wir etwas für Sie: